Hinweis: Auszug aus dem „Wasser-Praxisbuch“ von Dieter Schmitt



Aktivkohle



Unsere Wasserwerke verwenden zur Trinkwasseraufbereitung schon seit vielen Jahrhunderten Aktivkohle, um damit organische Stoffe aus dem Wasser herauszufiltern.

Bei Tischfiltern wird feinkörnige Aktivkohle in leicht austauschbare Kartuschen verpackt. Deren Inhalt besteht im günstigsten Falle aus einem reinen Naturprodukt wie z. B. zerkleinerten Kokosnusskohlen. Die Herstellung von Aktivkohle findet in zwei Verfahrensschritten statt: die Verkohlung und die Aktivierung.


Aktivkohle ist äußerst poren- und oberflächenreich. Die daraus resultierende enorme Oberfläche eines einzigen Aktivkohlekörnchens hat eine besonders hohe Aufnahmekapazität. Die Größe der Oberfläche schwankt von 500 bis 1 500 Quadratmeter pro Gramm.

Kommt die Aktivkohle mit Wasser in Berührung, kann man eine Gasbildung beobachten, die zeigt, dass sich die Poren langsam mit Wasser füllen. Erst dann, wenn sich alle Poren mit Wasser gefüllt haben, ist die volle Ka
pazität der Aktivkohle erreicht.

Während der Aktivkohlefilterung lagern sich ungeladene Schadstoffteilchen an der Aktivkohleoberfläche ab. Parallel dazu werden Schwebeteilchen, deren Durchmesser größer als die Poren der Aktivkohle sind, zurückgehalten. Ist der Aktivkohlefilter erschöpft, verschließt sich ein guter Filter von selbst und zeigt so an, dass er ausgetauscht werden muss, ohne ein Durchbrechen zu erlauben.



In Tischfiltern absorbiert die Aktivkohle unerwünschte höhermolekulare organische Substanzen wie Chlor, Chlorverb
indungen, Pestizide, unpolare Halogenwasserstoffe usw., teilweise bis zu 90 %. Kleinere Substanzen wie anorganische Schadstoffe Chrom, Nitrat, Phosphat, Schwermetalle usw. sowie Bakterien und Viren passieren den Tischaktivkohlefilter ebenso, wie viele mineralische Stoffe.

Aktivkohle speziell für die Nachaufbereitung von Trinkwasser unterliegt strengen permanenten Qualitätskontrollen beim Hersteller. Da die Filterleistung laufend abnimmt, wird häufig der Zeitpunkt fürs rechtzeitige Auswechseln der Filter überschritten. Weiterhin kann der Filter über das Trinkwasser Schadstoffe aufnehmen, die sich besser anlagern als die bisher aufgenommenen Stoffe. Im ungünstigsten Falle kommt es dann zu einer schubweisen Freisetzung, was letztendlich zu einer Überschwemmung des Trinkwassers mit Schadstoffen führen kann, die eigentlich der Filter zurückhalten sollte. Aktivkohlefilter können ein guter Nährboden für Bakterien sein, die das Wasser verseuchen und so den mikrobiellen Grenzwert des Trinkwassers deutlich überschreiten.



Weitere Informationen, die Meinung des Autors wo die Grenzen der Aktivkohlefiltrierung liegen, finden Sie im „Wasser-Praxisbuch“,

ISBN 978-3-86982-009-5